Philippe Laloy: Kind of Pink

kind of pink

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Je länger die goldenen Zeiten der Rockmusik zurückliegen, desto interessanter scheint es für Musiker zu sein, sich der Songs der Beatles, von Jimi Hendrix, Janis Joplin, The Doors oder eben, wie im vorliegenden Falle, von Pink Floyd zu erinnern und anzunehmen. Dabei geht es dann weniger um eine nostalgische Art des Umgangs als vielmehr darum, diese Songs zu bearbeiten, zu interpretieren und in ein zeitgemäßes Kleid zu packen. Philippe Laloy, dessen Vater ihn mit der Musik von Pink Floyd bekannt gemacht, hat für sein Projekt „Kind of Pink“ – im ersten Moment denkt man vielleicht an Miles Davis legendäres Album „Kind of Blue“ und eine sehr ausgefallene Hommage an den brillanten Könner auf der Trompete – ein Trio zusammengestellt. An der Gitarre ist Manu Baily zu hören und am Bass Arne Van Dongen. Auf einen Schlagzeuger hat Laloy bei seinen Einspielungen von Kompositionen der drei Köpfe von Pink Floyd, Gilmore, Waters und Wright, verzichtet.

Es sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass Laloy nicht der erste Jazzmusiker ist, den die Musik von Pink Floyd – legendär das Opus „The Wall“, aber auch „Dark Side Of the Moon“ sei erwähnt – fasziniert hat. Nguyên Lê hat mit der NDR-Big Band seine Interpretation von „The Dark Side Of The Moon“ eingespielt, sehr dramatisch, sehr laut, sehr marktschreierisch. Das steht im diametralen Gegensatz zu Laloys Konzept, Pink Floyd in einem neuen Gewand zu zeigen. Die leisen Töne sind es, die das Trio um den Saxofonisten und Flötisten Laloy bevorzugt.

Eingespielt wurden für das vorliegende Album Titel wie „Breathe“, der Opener des Albums, „Wish you were here“, „Money“, „Another brick in the wall (part 2)“ und zum Schluss „Is there anybody out“.

„Wish you were here“ macht mit Bass und Gitarre auf, die das Thema sich wechselseitig übergeben. Dann spielt der Bass Teile des Themas an, während die Gitarre das Thema komplett ausführt, ehe dann die Flöte mit all ihrer Klangweichheit sich einmischt. Ja, sie scheint wieder da zu sein, die Querflöte im Jazz. Um sie war es leise geworden, nachdem Herbie Mann und Paul Horn eher als historische Fußnoten angesehen waren. Variantenreich ist das Gitarrenspiel von Manu Baily, der seine Gitarre auf allen Saiten zum Schwingen bringt und das Thema gekonnt paraphrasiert. Derweil sorgt Arne van Dongen für die Basslinie, wenn auch mit hintergründigem Spiel. Manu Baily und van Dongen bestimmen über weite Strecken die Hörfarben dieses legendären Pink-Floyd-Songs. Erst gegen Ende des Songs nehmen wir erneut den gehauchten Flötenklang wahr. „Money“ folgt auf „Wish you were here“. Schnalzlaute und Flageolett sowie hochtöniges Saitenschwingen nehmen wir anfänglich war. Woher kommt nur das Geraschel im Hintergrund, über das Philipp Laloy seine Saxofonpassagen schweben lässt. Es ist an ihm das Thema zu spielen, sehr nahe am Original. Im Hintergrund agiert Manu Baily, dessen Gitarre so klingt, als hätte er eine Passion für westafrikanische Gitarrensounds. Brumn-brumm-brumm spricht der Bass, der sich nun des Themas angenommen hat, während Philippe Laloy improvisierend das Thema fortsetzt, zu dem er dann aber auch wieder zurückkehrt. Van Dongen weiß ab und an zu überraschen, weil er seinem Dickbäucher überaus Hochtöniges zu entlocken versteht. Auch bei diesem Stück sind Pink Floyd nahe und doch auch nicht. Das hängt schon mit der Instrumentierung zusammen. Elektronisches und allzu stark Verstärktes findet man so gut wie nicht. Unplugged hat den Vorrang.
„Us and Them“ ist ebenso auf der Platte zu finden, wie das überaus bekannte Stück „Another brick in the wall“. Nein nicht Jethro Tull hat sich Pink Floyd vorgenommen, sondern Philippe Laloy, der seine Querflöte mit sehr viel Feingefühl und Verve spielt. Van Dongen begleitet dieses Spiel mit einer Art Ostinato, ehe dann auch Manu Baily dazustößt. Dann, ja dann hören wir das Thema von „Another brick in the wall“ und einige sehr schöne Variationen, dank sei Philippe Laloy.

Mit „Is there anybody out there“ findet der Abstecher in die Pop- und Rockgeschichte sein vorläufiges Ende. Schauen wir mal, ob sich Laloy noch an weiteren Pink-Floyd-Songs versuchen wird.

Press release by Home records

Philippe Laloy, flutist and saxophonist, whose eclectic musical background situates him at the crossroads of jazz, rock, classical and world music, revisits the hidden treasures of a timeless repertoire: Dark side of the Moon of course, and also Meddle, Wish you were here, The Wall… Phillipe Laloy is accompanied by two musicians who bring their own personal style to this rendition: Arne Van Dongen (double bass), from the classical milieu and that of free improvisation, and Manu Baily (guitar), an all round musician, accustomed to improvisation and a mixture of styles. This acoustic trio offers a refined, original version of this Floydian world of music.

Text: © ferdinand dupuis-panther

Informationen
Home Records
http://homerecords.be/

Musiker
Philippe Laloy
www.philippelaloy.com
Emmanuel Baily

https://www.facebook.com/emmanuel.baily
https://www.youtube.com/watch?v=29ADhHpTFvs

Arne Van Dongen
http://www.arnevandongen.com/

 


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