Bruno Råberg 4tet: Hot Box

a 002

Orbis Music
Für das vorliegende Album formte der Komponist und Bassist Bruno Råberg ein Quartett, in dem Phil Grenadier (trumpet) Allan Chase (saxes) und Austin McMahon (drums) an seiner Seite zu hören sind. Dass diese Combo auch für ein gehöriges Maß an freien Improvisationen sorgt, liegt nicht allein, aber auch an dem Saxofonisten Allan Chase, dem ehemaligen Dekan der Faculty of Jazz Studies and Contemporary Improvisation at New England Conservatory.

Mit einem Herbstzyklus („Autumn Cycle“) wird das Album eröffnet, mit „Solace“ (Ärger, Unglück, Unwohlsein) endet es. Das zweite Stück des Albums war schließlich namensgebend: „Hot Box (97 F). Na, dann machen wir uns mal auf eine gehörige musikalische Hitzewelle gefasst.

„Autumn Cycle“ klingt ein bisschen nach Charlie Parker, nach Cannonball Adderley und nach Chet Baker sowie dem frühen Miles Davis. Oder hat gar Charles Mingus seine Finger im Spiel gehabt? Hervorzuheben ist in diesem Stück vor allem das Solo von Bruno Råberg, das so anmutet, als ob die bunten Blätter von den Bäumen fallen und Spaziergänger durch den Blätterberg laufen. Ansonsten kommt das Stück leicht beschwingt daher. Von Herbststürmen und Unwettern ist jedenfalls nichts zu vernehmen; ja, vielleicht küssen die Wolken das Land, aber das ist es schon. Kinder lassen Drachen steigen und wie jeden Morgen sind die Hundebesitzer unterwegs. Fein abgestimmt sind im „Herbstzyklus“ die einzelnen Improvisationspassagen, bei denen jeder Musiker sein gesamtes Können in die Waagschale wirft. Nachfolgend öffnen wir die „Heiße Kiste“. Nervös agiert der Schlagzeuger. Es raschelt und klingelt. Beckenklänge schwirren aus dem Off. Anschließend setzt Allan Chase mit seinem Saxofon ganz gehemmt-energiegeladen ein. Feurig geht es dabei nicht zu, sondern eher sehr, sehr bedächtig. Ist das vielleicht nur als Vorbote zu verstehen? Wenn ja, was kommt dann? Alarm, Alarm scheint die Trompete zu signalisieren, wenn sie ins musikalische Geschehen miteinbezogen wird. Noch aber scheint die „heiße Kiste“ nicht explodiert zu sein. Hören wir weiter zu, so drängt sich der Eindruck einer sehr offenen musikalischen Form auf. Irgendwie scheint etwas außer Rand und Band zu geraten, wenn man Schlagzeug und Basslinien im weiteren Kontext verfolgt. Es wird heißer, so hat man den Eindruck. Wie auch in anderen Einspielungen von Bruno Råberg bleibt der Bass nicht im Hintergrund, sondern erhebt deutlich seine Stimme, ehe er sich dann wieder den Bläsern unterordnet.

In einem Postbop-Modus kommt m. E. „Early Walk“ daher. Das Stück hat beinahe schon etwas von Tanzmusik, auch wenn es um einen flotten Spaziergang am Morgen geht. Mit Allan Chase und seinen an- und abschwellenden Saxofonpassagen schlendern wir durch den Hafen, steuern den Bäcker an und kaufen Brötchen. Ach ja, der Coffee to go darf auch nicht fehlen. Einen Lobgesang auf den jungen Tag vernehmen wir, wenn Phil Grenadier aufspielt. Mit „Autumnal Ballad“ sind wir wieder wie zu Beginn des Albums im Herbst unterwegs, den Bruno Råberg mit seinem Bass einläutet. Ja, diese Jahreszeit zwingt uns, das Leben ruhiger anzugehen. So ist denn auch der Charakter der Komposition. Irgendwie scheint über allem der dicke Nebel zu liegen, der uns die Sicht nimmt. Das Leben geht nur langsam und beinahe im Schneckentempo voran. Das zumindest signalisieren Trompete und Saxofon in ihren Sequenzen. Nur hier und da sind Heiterkeit und Ausgelassenheit zu vernehmen.

Zum Schluss noch ein Wort zu „Sirius B“, dem hellsten Stern am nächtlichen Himmel: Ist das nicht ein Baritonsaxofon zu Beginn, das in den tiefsten Tönen auf sich aufmerksam macht? Oder spielt Allan Chase doch Tenorsaxofon? Derweil agiert Austin McMahon eher nervös mit dem Schlagwerk und Bruno Råberg zupft emsig die Basssaiten. Der Sound der Trompete verfliegt im Universum. Weite und Unendlichkeit sind zu spüren. Doch wo bleibt die musikalisch ausgedrückte Leuchtkraft von Sirius?

Text © ferdinand dupuis.panther

English Press Release

Boston-based bassist/composer Bruno Råberg is proud to announce the release of Hot Box, a quartet recording featuring Råberg on bass along with Phil Grenadier trumpet, Allan Chase saxes and Austin McMahon drums. This is Råberg’s seventh release on his Orbis Music label (OM0715).

Bruno has collaborated with Phil and Allan for over ten years in a wide variety of settings. This project, which features Råberg’s compositions along with free improvisations, shows the unique, intimate and creative musical relationship they have developed. Drummer Austin McMahon rounds out the group and blends in very naturally with the already existing rapport. The music is personal, evocative and truly original. The result is compelling music that showcases Råberg and his musical companions’ inventiveness, compositional prowess and accomplished solo work.

BRUNO RÅBERG is an internationally renowned bass player and composer. Since coming to the US from his native Sweden he has made seven recordings as a leader, about 30 as a sideman, and has performed with numerous world-class artists including George Garzone, Sam Rivers, Donny McCaslin, Chris Cheek, Ben Monder, Ted Poor, David Gilmore, Mick Goodrick, Ben Monder, Bruce Barth, Jim Black, Matt Wilson. Råberg has toured throughout Europe, USA, Japan, Africa, India and Central America. He has lead several groups of his own: the Lifelines Quartet with
Chris Cheek, Ben Monder, and Ted Poor; Råberg is a professor at Berklee College of Music in Boston and has traveled as a clinician/performer.

PHIL GRENADIER hails from San Francisco from a musical family including bassist Larry Grenadier. He has released 2 CD's as a leader, "Sweet Transients" featuring Ethan Iverson and Bill Stewart, and "Playful Intentions" featuring Kurt Rosenwinkel and Jeff Ballard. Phil has appeared on 50 CD's, recording with such artists as Kenny Barron, Larry Goldings, Kevin Hays, Marc Copland, Bill Carrothers, Chris Potter, Jerry Bergonzi, George Garzone, Drew Gress, Larry Grenadier. In 2007 to 2009
Phil toured Europe, South America and the US with guitarist John Scofield, alongside bassist Steve Swallow and drummer Bill Stewart .

ALLAN CHASE appears on over 35 recordings with artists including Rashied Ali, Dominique Eade, John Zorn, and Gunther Schuller. He has two CDs of his own featuring Lewis Nash and Matt Wilson. Allan chairs the Ear Training department at Berklee College of Music. He is a former Dean of Faculty and chair of Jazz Studies and Contemporary Improvisation at New England Conservatory. He grew up in Phoenix and studied composition at Arizona State University, jazz at New England Conservatory, and ethnomusicology at Tufts University.
AUSTIN MCMAHON is a steady member of saxophonist Jerry Bergonzi’s Quartet and has performed and/or recorded with George Garzone, Joe Lovano, Lionel Loueke, Ben Monder, Lage Lund and Kate McGarry. Austin has performed at Carnegie Hall, The Kennedy Center, Aspen Music Festival, Discover Jazz Festival, Young Jazz in Town Festival, and Ballydehob International Jazz Festival. McMahon is the winner of the 9th annual Independent Music Awards for Jazz Song Category and Nominee for Best Jazz Album in the 11th annual IMA's.

Informationen

Musiker/Label boss

Bruno Råberg
http://www.brunoraberg.com/

Phil Grenadier
http://philgrenadierjazz.com/
https://www.facebook.com/philgrenadierjazz

Austin McMahon
http://www.austinmcmahon.com/

Label

Orbis Music
www.orbismusic.com

Order: This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it

 


Logo

 

Upcoming

No current events.

 

clemenscom logofp

 

WerfrecordsLogo-300
werf-algemeen
vkh logo zwart


Special thanks to our photographers:

Henning Bolte
Cedric Craps
Christian Deblanc

Koen Deleu

Ferdinand Dupuis-Panther
Anne Fishburn

Stefe Jiroflée
Jos L. Knaepen
Jacky Lepage

Nina Contini Melis
Arnold Reyngoudt
Willy Schuyten
Frank Tafuri
Jean-Pierre Tillaert
Guy van de Poel
Cees van de Ven
Marie-Anne Ver Eecke

Jan Vernieuwe

and to our writers:

 

Henning Bolte
Ferdinand Dupuis-Panther
Paul Godderis
Jean-Pierre Goffin
Claude Loxhay
Herman te Loo
Iwein Van Malderen