Interview mit dem Essener Altsaxofonisten und Klarinettisten Felix Carlos Fritsche, u. a. The Dorf, FC Fritsche …

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Anlässlich eines Konzerts im Lokal Harmonie in Duisburg Ruhrort, bei der Felix Carlos Fritsche mit seinem Sport-Jazz-Team auflief, hatte ich die Gelegenheit, mit ihm ein kurzes Interview zu führen.

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Ich fange mal mit dem Bandnamen an. Was war die Idee zum Bandname, der sich aus den Vornamenkürzeln und dem Nachnamen zusammensetzt?

Mein zweiter Vorname ist ja Carlos, und ich hatte das irgendwann auf meinen Noten zu stehen, FC Fritsche. Simon (Camatta) hatte dann die Idee, die Band einfach FC Fritsche zu nennen und nicht Fitsche-Nebel-Camatta-Gerharz-Zapp oder-Helling.

Die Bezeichnung Sportjazz für eure Musik ist nicht ganz ernst zu nehmen, oder?

Ich schwitze jedenfalls. Jeder schwitzt.

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Wie ist denn die Idee zu deiner Komposition „Fluchtpunkte“ zustande gekommen?

Das war eines der ersten Stücke, die ich eigentlich für eine andere Band geschrieben habe; für ein Sextett, und ich brauchte noch Stücke für meinen Studienabschluss. Ich habe dann einfach eine Stimme rausgestrichen und habe das dann mit meiner aktuellen Band geprobt.

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Gab es einen Anlass für den Titel und für diese musikalisch dramatisch anmutende Flucht?

Ich weiß es eigentlich nicht. Ich habe einfach Akkorde ausprobiert. In der anderen Band war es ein Kontrabasssolo, nun ein Schlagzeugsolo und darüber gesetzten Akkorden. Ich habe einfach herumprobiert, was schön klingt. Ich habe mich halt mit schönen, anders klingenden Akkorden als in Standards beschäftigt. Ich fand es interessant, damit herumzuexperimentieren. Fluchtpunkte vielleicht tatsächlich, dass man sich aus dem „Ich-spiele-nur-über-zwei-Fünfen“ herausflüchtet. Ich fand auch den Titel einfach schön. Ich hatte das Gefühl, es geht auf irgendetwas zu, vielleicht.

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Und wie kam „Puls“ zustanden?

Es gibt eine Aufnahme mit David Binney, die er bei ACT herausgebracht hat. Auf „Balance“ gibt es ein Stück, das hat mich irgendwie inspiriert. Halt eine total popige Attitüde. Tim Lefebvre spielt das E-Bass und der Hannes – gemeint ist der Bassit Johannes Nebel – fuhr auf ihn ab. Warum also nicht mal etwas mit einem grundlegenden Puls machen? Schöne Akkorde und eine verspielte Melodie, die ineinander führt und wieder herausführt.

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Würdest du deine Spielweise als gebungen-ungebunden bzw. offen-geschlossen bezeichnen?

Ich würde auf jeden Fall sagen „ungebunden“, teilweise auch aus selbstständigem Scheitern. Ich bin kein Saxofonist, der abballern kann. Ich würde sagen „gefühlvoll-emotional“, aber trotzdem eigenwillig.

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Wie kam es zur Entscheidung für's Altsaxofon und nicht für's Tenorsaxofon?

Erst einmal ist das biografisch bedingt: Ich habe auf dem Altsaxofon zu spielen angefangen, mit neun Jahren, da konnte ich ein Tenorsaxofon noch nicht greifen. Ja, ich habe den Klang gemocht. Ich habe in der Schule auch in einer Schul-Big-Band gespielt und mein Spiel immer weiter gesponnen. Ich habe irgendwann auch angefangen, Sopransaxofon zu spielen, mit Big Bands. Ich habe ein Tenorsaxofon, ich kann es bedienen, aber ich klinge nicht wie ein Tenorist. Ich fühle mich am Alt einfach wohler, bin da schneller. Die Klangästhetik ist schön. Wenn ich was Tiefes haben möchte, dann spiele ich Bassklarinette oder Kontrabassklarinette.

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Du wechselst ja bei deinen Stücken zwischen Altsaxofon und Klarinette, auch im Duett mit Sebastian Gerhartz. Könntest du diese Spielform mal ein wenig erläutern?

Auf alle Fälle ist es der weichere Klang der Klarinette. Es ist eine schöne Mischung. Manchmal spiele ich Altsaxofon und Sebastian Klarinette. Es ist weicher, es ist runder. Das Saxofon ist doch eher ein metallenes Instrument. Es ist ja eine Mischung aus Holz- und Blechblasinstrument. Bei der Komposition „Torkl“ ( Anm.: ein Stück über den Heimweg nach dem großen Suff!) zum Beispiel ist das Spiel mit dem Saxofon einfach zu hart. Weich hinzufallen, versuchen, nicht zu stolpern – das gelingt klanglich besser mit der Klarinette.

Danke für's Gespräch

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Interview und Fotos: © ferdinand dupuis-panther

Informationen

Felix Carlos Fritsche
http://www.felixfritsche.de/
http://www.felixfritsche.de/kapellen/
http://www.felixfritsche.de/heisse-streifen/
http://www.nrwjazz.net/anfrage/jazzdatenbank/musikerportrait.php?musiker=241

 


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