The Blues Infusion: STEPPING KEYS

blues infusion

alessa records, ALR 3003

Die seit 2007 agierende Blues-Rock-Fusion-Band aus Wien wurde aufgrund des hohen Niveaus und der ausdrucksstarken Darbietung bald nach der Gründung zum beliebten Gast bei diversen Blues Festivals. Die Band besteht aus dem Vokalisten Michael Schuberth, der bisweilen Gary Moore und Van Morrison vergessen lässt, dem Gitarristen und Komponisten Peter Peduzzi, dem Bassisten Fritz Salek, dem Keyboarder Bernhard Käferböck und schließlich dem Drummer Andi Menrath. Rampensau der Band ist ohne Frage Michael Schuberth, der die Klaviatur von Blues und Blues-Rock bzw. Jazzrock beherrscht.

Lassen wir uns also ein auf den „Down Home Blues“ und auch auf den „Spin Doctor“, gedacht als Bonus/Malus Track, wie es auf der Scheibe heißt. Peter Peduzzi zeichnet für diesen Titel verantwortlich. Zudem hat er auch an „I Look So Tough“ mitgeschrieben. Nur noch „Jimmy M“ aus der Feder des Schlagzeugers Andi Menrath ist unter den eingespielten Titeln eine weitere Eigenkomposition. Sonst bedient sich die Band am gängigen Repertoire, verneigt sich mit „I Put A Spell On You“ vor Screamin' Jay Hawkins und mit „I Just Wanna Make Love To You“ vor Willie Dixon. Auch wenn die Band bei dem Titel von Willie Dixon, ganz im Gegensatz zum Original, auf die Mundharmonika als Harmonieinstrument verzichtet, so ist das kein Beinbruch. Die Tatsache, dass auch die Rolling Stones diesen Titel auf ihren Tourneen im Programm hatten, legt die Latte ohnehin recht hoch. Doch dank der „Bluesröhre“ von Michael Schuberth vermisst man weder Willie Dixon noch Mick Jagger. Braucht man eigentlich ein Saxofon als Harmonieinstrument, um „I Got a Spell On You“ mit allen Verwünschungen zu Gehör zu bringen? Augenscheinlich nicht. Auch der „Budenzauber“, den Screamin' Jay Hawkins auf der Bühne veranstaltete, ist verzichtbar. Man braucht nur Takt und Gefühl sowie eine gute Stimme – all das besitzt The Blues Infusion. So lassen wir uns gerne eine „bluesige Nährlösung“ einflößen.

Den Beginn macht ein Hit von Z. Z. Hill, der sich in den 1980er Jahren zwei Jahre lang in den Charts hielt: „Down Home Blues“. Verzerrte Gitarrenriffs, rollende Basslinien des Keyboards, gekonntes Bassgezupfe und eine gut geölte Bluesstimme – das ist die Melange für den ersten Titel des aktuellen Albums. Oh, ist da bei „I Look So Tough“ der junge Joe Cocker zugegen? Nein, Michael Schuberth hat eine ebenso tragende Stimme wie Cocker, wenn er „ I got some girls but nobody belongs to me ...“ singt. Dazu jault Pedozzis Gitarre, während der Rest der Band für die richtige Taktung sorgt. Timing ist alles, das wissen wir nicht erst seit Ginger Baker und Cream! „I drown my sorrow in wine, whiskey and beer ...“ sind weitere Zeilen eines harten Kerls, der doch nicht so ist, wie er vorgibt. Um Beziehungsprobleme geht es auch in einem Song, an dem B. B. King kompositorisch beteiligt war: „You Upset Me Baby“. Dass man ein Keyboard auch beinahe in eine Hammond B3 verwandeln kann, zeigt bei diesem Song der Keyboarder der Band sehr nachhaltig. In seiner Spielanlage gleicht der Gitarrist Peter Peduzzi eher Eric Clapton als B. B. King. Keine Frage, das ist auch gut so, denn es geht ja um Arrangements und Interpretation und nicht um das Covern von Originalen. Wer nur ist denn „Jimmy M“? Hendrix kann es nicht sein. Vielleicht Jim Morrison von den Doors? Man müsste Andy Menrath fragen, der das Stück komponiert hat. „Maybe I am a dreamer / maybe I'm a poser/ … dringt als Versfragment an unser Ohr. Ein Gewinner kann Jimmy M. also gewiss nicht sein.

Wer in den Blues eintauchen möchte, der sollte sich die Blues Infusion ruhig gönnen, auch wenn es an Eigenkompositionen eher mangelt. Doch die ausgewählten Klassiker des Blues und deren Interpretation lassen das schnell als reine Randnotiz erscheinen.

Text: © ferdinand dupuis-panther

Informationen
Label
Alessa Records
www.alessarecords.at

Musiker
www.bluesinfusion.jimdo.com

 


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