Brussels Jazz Orchestra feat. Bert Joris & Enrico Pieranunzi - The Music of Enrico Pieranunzi

bjo

En dehors de ses albums en solo, duo ou trio, Enrico Pieranunzi a certes côtoyé pas mal de trompettistes et de saxophonistes mais il n'avait, jusqu'à présent, encore jamais enregistré avec un big band: ce qui rend ce projet du BJO d'autant plus intéressant. Et, pour cela, Frank Vaganée a fait appel à Bert Joris dont on avait déjà pu apprécier les arrangements sur plusieurs albums du BJO: The Music of Bert Joris en 2002, puis Sign and Signatures ainsi que sur cinq thèmes de Ten years ago que le BJO avait enregistré avec Richard Galliano. Ce choix était d'autant plus évident que le pianiste romain connaissait le trompettiste anversois de longue date: pour le label Challenge, il avait gravé avec lui, en 1999, l'album Don't forget the poet dont cinq compositions sont ici reprises.
Si Enrico Pieranunzi n'avait pas encore été tenté par l'expérience du grand orchestre, c'est que, comme il le dit: "Le problème avec les big bands, c'est le volume sonore qu'ils développent, le piano risque d'être étouffé". Rien de pareil ici grâce aux arrangements concoctés par Bert Joris et, particulièrement, grâce à son adresse à utiliser, au maximum, la riche palette sonore du BJO.
Ainsi, sur Persona, à côté des deux ténors, une flûte (Frank Vaganée), une clarinette (Dieter Limbourg), une clarinette basse (Bo van der Werf), des bugles et des trombones avec sourdine créent un véritable écrin pour le piano mélodique du Romain et la trompette lumineuse de l'Anversois: pour reprendre le titre d'un album du trio italien (sur lequel figure déjà With my heart in a song), un vrai "triologue" empathique entre le piano, la trompette et l'orchestre.
On retrouve la même délicatesse sur Fellini Waltz (de l'album Fellini Jazz avec Kenny Werner et Chris Potter), sur Coralie (enregistré avec Enrico Rava, en trio avec Gabriele Mirabassi et Marc Johnson ainsi qu'avec Bert) et sur les deux ballades empruntées à l'album Permutation, enregistré en 2012, avec Scott Colley et Antonio Sanchez. Par contre, sur Newsbreak, les saxophones alto et baryton rejoignent les ténors, trompettes et trombones sur un véritable tempo d'enfer, en complicité avec le piano fougueux de Pieranunzi et le bugle de Bert Joris. Si les solos sont quasi exclusivement pris par le Romain et l'Anversois, on remarquera l'envol du baryton de Bo van der Werf sur It speaks itself.
Comme le démontre cet album, Enrico Pieranunzi n'est pas seulement le champion du lyrisme mélodique mais est capable d'insuffler à l'orchestre, comme à son piano, un swing ravageur.

Claude Loxhay
Article publié par jazzaround
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Brussels Jazz Orchestra feat. Bert Joris & Enrico Pieranunzi: The Music Of Enrico Pieranunzi

W.E.R.F.125

Belgische Pralinen, belgisches Bier, belgische Fritten, beleuchtete belgische Autobahnen – ja, das sind die Bilder, die gemeinhin mit Belgien in Verbindung gebracht werden. Unzweifelhaft ist jedoch auch, dass das Brussels Jazz Orchestra eine ähnlich belgische Erfolgsgeschichte ist wie belgische Biere, ob Leffe blonde oder Mort subite oder Delirium tremens, und wie belgische Pralinen. Der besondere Big-Band-Sound ist es, der das Orchester weltweit bekannt gemacht hat. Insbesondere in New York wurde und wird das Orchester bei Auftritten überschwänglich gefeiert. In Belgien selbst ist diese Big Band überaus bekannt. Dessen Konzerte sind zumeist ausverkauft. Gibt es da noch Zweifel an einer Erfolgsgeschichte?

Bereits 2002 zum Jahr, als Brügge Europäische Kulturhauptstadt war und erstmals das Festival Jazz Brugge stattfand, erschien bei De W.E.R.F Records eine Einspielung des Orchesters unter der Leitung von Frank Vaganée. Nun liegt auch eine aktuelle Scheibe vor, bei der gleich zwei Solisten ihr besonderes Können zeigen, zum einen der Trompeter und Flügelhornist Bert Joris und zum anderen der italienische Pianist Enrico Pieranunzi, von dem wir acht Kompositionen hören können.

Zum Line-Up: Frank Vaganée (sax), Dieter Limbourg (sax), Kurt Van Herck (sax), Bart Defoort (sax), Bo Van der Werf, (sax), Marc Godfroid (trombone), Lode Mertens (trombone), Serge Plume (trumpet), Nico Schepers (trumpet) Jeroen Van Malderen (trumpet), Bert Joris (trumpet), Jos Machtel (double bass) und schließlich Enrico Pieranunzi (piano).

Wer Big-Band-Sound mag, wer also Count Basie, Duke Ellington oder Tommy Dorsey mit ihren Orchestern schätzt, der wird auch das vorliegende Album mögen. Doch es ist die Frage gestattet, ob diese Art des Jazz noch zeitgemäß ist, wenn man an andere Großformationen wie FES denkt.

Dem Rezensenten klingt der Sound zu sehr nach Nachkriegstanzband à la Kurt Edelhagen. Die meisten staatlichen Rundfunkanstalten in Deutschland unterhalten Orchester wie das BJO und pflegen die Standards des Jazz. Deren musikalische Inszenierungen sind berechenbar und vorhersehbar. Ähnliches gilt auch für das BJO, obgleich diesmal zwei Solisten im Vordergrund stehen und das Orchester stets geschlossen zu hören ist. Das ist ein wenig zu bedauern, denn aus der Reihe der hochklassigen Musiker des BJO hätte man gerne das eine oder andere Solo gehört. Aber angesichts der Fokussierung auf Bert Joris und Enrico Pieranunzi war das wohl ausgeschlossen. Dass Solos von Pieranunzi stets einen wesentlichen Teil der Kompositionen ausmachen, versteht sich von selbst. Wieso sollte sich der Komponist von „Persona“ und „Fellini's Waltz“ auch im Orchester verstecken?

Zumeist sind die Pianosequenzen sehr lyrisch und verspielt. Teilweise gleichen diese Passagen dem Plätschern eines kleinen Baches oder sprudelnden Quellen. Bei „Persona“ steigt Bert Joris alsbald auf das von Pieranunzi vorgegebene Thema ein, derweil die übrigen Musiker verhalten im Hintergrund zu hören sind. Satt sind im weiteren Verlauf die Saxofonsätze, die das BJO zum Besten gibt. Gedämpfte Trompeten und fette Posaunenklänge sind zu vernehmen. Doch wo bleiben die freien Improvisationen? Nein, das BJO bleibt im Schema der klassischen Big Band – und das muss man mögen.

Ein wenig schematisch strukturiert muten die Kompositionen von Pieranunzi an. Wieso muss eigentlich das Klavier die Kompositionen einleiten, so auch bei „Within The House Of Night“? Ist es Zufall oder Absicht? Irgendwie fehlt das Überraschende, was den Jazz ja ausmacht, wenn man nicht durch und durch notiert spielt. Beim BJO scheint jedoch auch die letzte Note notiert zu sein, die gespielt wird.

Das Klangbild des Orchesters ist, das ist keine Frage, ausgereift, aber eben auch ausgereizt. Gewiss, Pieranunzi setzt mit seinem Spiel auf den weißen und schwarzen Tasten hier und da gekonnte Akzente. Dennoch ähneln sich die Hörfarben in den eingespielten Stücken. Solos und Tutti im Wechselspiel – das ist angesagt. Melodien, die durchaus Wiedererkennungswert haben, sind zu hören. Ist das nicht alles ein bisschen zuviel Old School Jazz und das im 21. Jahrhundert?

Dass „Fellini's Waltz“ mal nicht mit einem Klaviersatz aufmacht, ist im Vergleich zu anderen Stücken eine Ausnahme. Doch der italienische Pianist lässt sich auch bei diesem speziellen Tänzchen nicht die Butter vom Brot nehmen. Swing, swing, swing – steht dann im Wechselspiel mit Bert Joris auf dem Programm. Die Verneigung Pieranunzis vor dem erfolgreichen Filmemacher gleicht streckenweise einer Filmmusik, die ein Beziehungsdrama untermalen könnte. Beim Zuhören denkt man vielleicht auch an Klassiker des Films wie „Tod in Venedig“ oder „Wenn die Gondeln Trauer tragen“. Jedenfalls kann man sich durchaus vorstellen, dass diese Komposition gut zu derartigen elegisch inszenierten Filmen passt.
Wie gesagt, dem Rezensenten fehlt es bei den vorliegenden Aufnahmen an allem, woraus ein frischer Jazz der Gegenwart schöpft. Die Musik scheint mehr Frank Sinatra und Broadway im Sinn zu haben als alles andere. Diese Einschätzung soll die Qualität der Kompositionen nicht schmälern und in Abrede stellen. Doch unterdessen sind andere Klangwelten angesagt und ein Cross Over zwischen Rock, Pop, Folk und Jazz die Herausforderung. Nur ein Stück, nämlich „Newsbreak“ scheint beim BJO aus der Rolle zu fallen. Das Spiel ist nervös. Der klassische Big-Band-Sound fehlt, anfänglich. Schräg sind die Töne auch im Tutti. Doch das alles ist nur für wenige Augenblicke zu hören, ehe dann das Big-Band-Schema greift. Abgezirkelt ist dann auch in diesem Werk das Klangspektrum, auch das von Pieranunzi, der sich so bestens und nahtlos ins BJO einfügt.

Der Beifall des Publikums der zu hörenden Live-Aufnahmen unterstreicht jedoch, dass das BJO seine treuen Anhänger hat. Warum auch nicht.

© ferdinand dupuis-panther

Informationen

Label

De W.E.R.F Records
http://www.dewerfrecords.be/nl/

Musiker
BJO
www.brusselsjazzorchestra.com

 

Brussels Jazz Orchestra featuring Bert Joris & Enrico Pieranunzi: The Music of Enrico Pieranunzi. W.E.R.F.

Creativity, technical mastery, refined harmonic thinking. These are the main features of a wonderful CD, reserved for those who expect from art deep emotions. By this project, Brussels Jazz Orchestra stands once again as one of the most impressive jazz ensembles in the world.
The program consists of memorable compositions by the pianist Enrico Pieranunzi, who leads a musical sound full of adamantine poetry and lyricism. The italian musician is also an exceptional improviser, whose skill as instrumentalist equals his talent for composing and arranging. His mediterranean vein is here expressed in all his introspective and melancholy bent.
Thanks also to Bert Joris and his tasteful arrangements, the seven tracks show a rich harmonic texture, loaded with impressive solos and easygoing interplay between Pieranunzi and Belgian musicians.
Strongly melodic and lyrical, all the musicians involved are able to touch the heart of the listener in order to create a project made of bewitching beauty. Since the opening track, the musical flow takes life from short thematic inspiration, shifting from haunting ballads to swinging and relaxed style.
This CD is a loud Cupid's arrow, to be loved and supported. It’s a shining example of top- level achieved by contemporary european jazz.

Maurizio Zerbo

www.brusselsjazzorchestra.com
www.enricopieranunzi.it/com
www.dewerfrecords.be/nl
www.bertjoris.com

 

 


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