Transitions Organ Duo: No Idea

organduoUTR 4493, Unit Records
veröff. 14.02.2014

In Enschede trafen sich einst der Organist und Hochschullehrer John Hondorp und der aus Gütersloh gebürtige, aber jetzt in Hamburg lebende Schlagzeuger Markus Strothmann, der in Enschede sein Studium absolvierte. So oder so ähnlich könnte es gewesen sein, ehe das „Übergänge-Orgel-Duo“ musikalisch gezimmert wurde. Zumindest die Idee für ein außergewöhnliches Duo war geboren, auch wenn die aktuelle Einspielung „Keine Idee“ bedeutet. Aber dies ist bezogen auf das musikalische Menü völlig unzutreffend.
Die beiden Hauptakteure haben sich als weitere „Jazzköche“ noch den Trompeter Frederik Köster und den Gitarristen Jean François Prins in ihre kleine „Jazzküche“ geholt, um sich als wahre Jazzalchemisten zu erweisen. Forsche Energie ist in den Kompositionen von Hondorp und Strothmann deutlich zu spüren. Die Schlagzeugwirbel sind bisweilen nervös, ganz im Gegensatz zu den behäbig erscheinenden Klangmustern, die Hondorp seiner Hammond B3 entlockt, so in 'session12'. Strothmann hat insgesamt zu vier der sieben Kompositionen der CD 'no idea' beigetragen.
Das Duo lädt den Zuhörer zu einer sehr kurzweiligen, musikalischen Reise ein. Das gilt auch für 'no idea', ein Stück, das durch die kraftvoll sich aufschwingenden Trompetensoli gekennzeichnet ist, die dem Gasttrompeter Frederik Köster zu verdanken sind. Hören wir da zum Krächzen und Schluchzen der Trompete Walgesänge? Nein, das muss eine Täuschung sein. Das Spiel des Trompeters übertönt die unterlegten Klangteppiche der Gitarre. Wonach ruft der Trompeter nur? Prins nimmt im Verlauf des Stücks mit seinen Gitarrenläufen immer wieder willkommen das auf, was Köster ihm zuvor melodiös und rhythmisch-kantig serviert hat.
Sacht und verhalten ist Hondorps Spiel bei 'time'. Es scheint, als käme der Klang aus dem Off. Man denke sich dabei eine Cocktailbar im Kerzenlicht, plätschernden, künstlich beleuchteten Springbrunnen, Nierentisch-Mobilar und ein Publikum, das leise raunt. Wenige Paare suchen im Engtanz Nähe. Man kann beinahe ein Streichholz fallen hören. So könnte eine entsprechende Szenografie ausschauen, wollte man einen Bühnenraum für diese Musik schaffen. Strothmann stimmt mit sachtem Schneebesenspiel auf Becken und Trommeln ein, überlässt aber Hondorp über weite Strecken den führenden Part bei diesem Stück, das aus seiner Feder stammt.
Gedrückt scheint die Stimmung, lauscht man der Komposition 'leave'. Abschiedsschmerz und Wehmut sind zu spüren, wenn die Hammond B3 fast wie eine romantische Kirchenorgel klingt.
Temporeich angelegt ist die Komposition 'futbol', auch wegen der überaus flotten Gitarrenriffs von Prins und dem akzentuierteren Spiel von Hondorp. Alles zusammen lässt eine Anmutung von Latino-Sound entstehen, ohne gleich Baden Powell oder Stan Getz zu zitieren. – zum Glück. Im weiteren Verlauf des Stücks verflüchtigt sich die Latino-Rhythmik ein wenig, und Prins lässt sein ganzes Können aufblitzen, wenn er sich, dezent unterstützt von der Hammond B3-Orgel und Drums, in den Weiten „oszillierender Klangsprünge“ beinahe verliert.
Übrigens: Wer glaubt, weil ein Schlagzeuger für die Mehrzahl der Kompositionen zeichnet, es seien ausufernde Schlagzeugsoli in die Stücke eingearbeitet worden, der wird enttäuscht werden. Aber sind derartige Soli eigentlich immer notwendig? Lassen wir uns doch einfach auf melodiösen Jazz ein und genießen den Wohlklang des Duos Hondorp/Strothmann! In diesem Sinne: Easy Listening and Relaxing.

text: © ferdinand dupuis-panther

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