Im Gespräch mit … der in Berlin lebenden, aber aus Münster stammenden Jazz-Vokalistin Marie Séférian

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Jazz Vocal ist zumeist weiblich und englischsprachig, nicht jedoch bei Marie Séférian, die im französischen Chanson ebenso zuhause ist wie im Jazz. Ihre Sopranstimme scheint bei Titel wie „Schrottprinzessin“ und „Altstadt“ durch den Raum zu schweben, dezent begleitet von Kontrabass, Schlagzeug und Piano. Wie die kleine Schrottprinzessin, die in ihrer Fantasie alle Dinge zum Funkeln und Glitzern bringt, so versucht dies Séférian in ihren Kompositionen. Auch in Séférians Interpretationen von Michel Legrands „Windmills of your mind“ und Jacques Brels „Isabelle“ spürt man die feine Abstimmung des Gesangs und der rhythmischen Akzentuierungen durch Bass, Piano und Drums. Anlässlich des Konzerts, das Séférian mit ihrem Quartett in Warendorf gab und dabei kurz vor Weihnachten ihre CD „Die kleine Schrottprinzessin“ vorstellte, hatte ich Gelegenheit mit ihr zu reden.

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Münster, Paris, Enschede, Dublin und Berlin, Stationen Ihrer bisherigen Karriere – wie stark beeinflusst dies Ihre musikalischen Projekte? Ziehen Sie Inspirationen aus diesen Lebensorte oder sind es nur zufällige Lebensstationen?

Also, es sind schon zufällige Orte, aber auch solche, die mich in meiner musikalischen Entwicklung vorangebracht haben.

Wie kommt es zustande, dass Sie für Ihren Jazzgesang Französisch als Ausdrucksform von Vocal Jazz wählen? Das ist doch eher außergewöhnlich. Vielfach ist es doch Englisch denkt man an Ella Fitzgerald, Nina Simone, Billie Holiday und andere. Sie machen also etwas, was nicht Mainstream ist. Sie singen auch keine typischen Vocal Jazz Standards.

Ja, das hängt mit meinem Vater zusammen, der aus dem Libanon stammt, aber einen französischen Hintergrund hat und als Chansonsänger Karriere machte. Aber ich singe auch in einer Fantasiesprache, die teilweise auf Niederländisch zurückgreift. Ja, ich habe mir Wörter gesucht, die ich verändere und von der Klangfarbe her miteinander verbinde.

In Ihrer Vita wird erwähnt, dass Sie mal angefangen haben, Geige zu spielen und dass sie zudem auch das Piano beherrschen. Dann habe Sie sich aber entschieden, Vocal Jazz zu machen und nicht Jazz-Geige zu spielen. Warum?

Ich wollte damals tatsächlich Jazz-Geige machen, aber es gab keinen Lehrer in Münster. Ich weiß nicht so recht, ob meine Eltern das eigentlich nicht wollten und keinen Lehrer für mich gefunden haben. Ich liebe Geige, aber ich spiele es sicherlich grottenschlecht.

Und Piano?

Es reicht wohl, dass ich in der Band singe und komponiere. Ja, ich spiele nach wie vor Klavier, aber sicherlich kann es mein Pianist besser als ich. Nein, es kein Zwang durch meine Eltern, Klavier und Geige zu spielen. Ich fand es wirklich toll.

Noch mal zu dem Titel Ihrer CD und dem Stück „Schrottprinzessin“. Der Text ist Französisch, aber der Titel Deutsch. Das ist verwirrend, oder? Spielen Sie auch hier mit Sprache und Sprachmelodie und versuchen den Hörer, ein wenig in die Irre zu lenken?

Nein, der Titel ist schon griffig, aber Französisch ist für den Gesang eher passend.

Ist das Pendeln zwischen Städten für Sie wichtig?

Ja, auch als Quelle der Inspiration, Münster ist klein, sauber. Mir fehlen die Kanten. Deswegen bin ich nach Berlin gegangen.

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Text und Fotos Ferdinand Dupuis-Panther

Informationen
http://www.marie-seferian.de/

 


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